Trug & Schein in Rössing: Eine szenische Lesung über Liebe und Krieg


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Trug & Schein: Ein Briefwechsel, der Geschichte hörbar macht
Sieben Jahre, 2591 Briefe und eine Liebe, die sich durch Krieg, gesellschaftliche Grenzen und die Ungewissheit der Zeit bewegt: Die szenische Lesung Trug & Schein bringt am 3. Oktober 2026 im Trauzimmer des Schlosses Rössing die Geschichte von Hilde und Roland auf die Bühne.
Eine Liebesgeschichte in Briefen
1938 verliebt sich die 18-jährige Hilde in ihren 30-jährigen Chorleiter Roland. Eine offene Liebeserklärung scheint undenkbar: Er ist Lehrer, sie ist Arbeiterin. Als Roland fortzieht, beginnt ein Briefwechsel, der sieben Jahre umfasst und 2591 Schreiben hinterlässt. Die Briefe erzählen von Nähe und Distanz, von Alltag und Krieg, von Hoffnungen, Ängsten und den Gedanken zweier Menschen, die versuchen, in bewegten Zeiten menschlich zu bleiben.
Zwischen Lesung, Musik und Erinnerung
Manuela Hörr und Mark Roberts leihen Hilde und Roland ihre Stimmen. Ihre szenische Lesung verbindet literarische Gestaltung mit Liedern aus jener Zeit. Dadurch entsteht eine unmittelbare Lesungs-Atmosphäre, in der Sprache, Stimme und Musik zu einem vielschichtigen Erinnerungsraum verschmelzen.
Die Inszenierung nähert sich dem historischen Material nicht als fernem Archiv, sondern als lebendiger Autor-Begegnung mit einer vergangenen Generation. Der Brief wird zum literarischen Dokument und zugleich zum persönlichen Zeugnis: Er bewahrt Gefühle, formuliert Zweifel und macht sichtbar, wie private Lebensentwürfe von politischen Umbrüchen geprägt werden.
Ein Gespräch zwischen den Generationen
Trug & Schein richtet sich an ältere Menschen, die verstehen wollen, was ihre Eltern und Großeltern erlebt haben, ebenso wie an junge Besucherinnen und Besucher, die sich mit der Geschichte ihrer Familien und ihres Landes auseinandersetzen. Im Anschluss an die Lesung ist Zeit für Diskussion und Austausch.
Das Publikum darf eigene Briefe aus dieser Zeit mitbringen. So öffnet sich die Veranstaltung für persönliche Erinnerungen und einen kulturellen Diskurs, der nicht bei der Aufführung endet. Die literarische Qualität des Abends entsteht gerade aus dieser Verbindung von szenischem Spiel, historischem Bewusstsein, Musik und gemeinsamer Reflexion.
Literarisches Erlebnis im Schloss Rössing
Das Trauzimmer des Schlosses Rössing bildet den intimen Rahmen für diese Lesereise durch den Landkreis Hildesheim. Die konzentrierte Atmosphäre unterstützt die narrative Form der Aufführung und lässt die Stimmen der Figuren unmittelbar wirken. Besucher erwartet kein distanziertes Referat, sondern ein sinnliches literarisches Erlebnis mit Sprache, Musik und Gespräch.
Fazit: Briefe als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Trug & Schein zeigt, wie private Briefe zu einem Schlüssel für historische Erfahrung werden. Die szenische Lesung lädt dazu ein, zuzuhören, eigene Familiengeschichten neu zu betrachten und miteinander ins Gespräch zu kommen. Wer Literatur als Sprachkunst, Erinnerung und Begegnung erleben möchte, findet im Schloss Rössing einen eindringlichen Abend zwischen Theater, Lesung und Musik.
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