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Schulfilm-Wettbewerb mit großer Beteiligung

Hildesheimer Zehntklässler gewinnen HISTORY-AWARD 2026 mit Film über Menschlichkeit

Schülerinnen und Schüler der Realschule Himmelsthür in Hildesheim haben den HISTORY-AWARD 2026 gewonnen. Prämiert wurde ihr Film „Unsere Entscheidung: Mensch sein“, der Menschlichkeit als bewusstes Handeln in Richtung Solidarität, Respekt und Mitgefühl erzählt. Im Wettbewerb des Senders The HISTORY Channel setzte sich das Team gegen 33 weitere Projekte aus acht deutschen und zwei österreichischen Bundesländern durch.

Die Preisverleihung fand im Rahmen des DOK.fest München in der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) statt. Der Award war zum 14. Mal ausgeschrieben, das Motto lautete „Sei ein Mensch!“. Die Hildesheimer Abschlussklasse der Jahrgangsstufe 10 reiste dafür nach München und nahm die Auszeichnung dort entgegen.

Kontraste statt Parolen: Warum der Siegerfilm überzeugte

Der prämierte Beitrag entstand mit 24 Teilnehmenden an der Realschule Himmelsthür. In der Jurybegründung wurde hervorgehoben, dass der Film persönliche Erfahrungen mit dem Wettbewerbsthema verknüpft und seine Aussage über klare Kontraste in Bildsprache und Handlung entwickelt. Juror Helmut Markwort betonte, der Film stelle Ausgrenzung und Zusammenhalt gegenüber und ende mit dem Bild Hand in Hand stehender Jugendlicher. Moderatorin Nina Eichinger ordnete den Beitrag bei der Preisverleihung als Beispiel dafür ein, „wie wir alle im Kleinen einen Unterschied machen können“.

Dass die Jury gerade diese Dramaturgie hervorhob, passt zum Kern des Wettbewerbs: Nicht abstrakte Appelle, sondern konkrete Alltagssituationen sollen zeigen, wie „Menschlichkeit“ im eigenen Umfeld sichtbar wird – und wo sie in Konflikt mit Gruppendruck, Vorurteilen oder Wegsehen gerät. Der Film aus Hildesheim positioniert Menschsein damit als Entscheidung, die sich in Verhalten, Sprache und Solidarität beweisen muss, nicht als bloße Haltungserklärung.

Bezug zur Bundestagsrede: „Sei ein Mensch!“ als Arbeitsauftrag an Schulen

Das Wettbewerbsthema knüpfte an die Botschaft „Sei ein Mensch!“ an, die Marcel Reif am 31. Januar 2024 im Deutschen Bundestag formuliert hatte. Der HISTORY-AWARD übersetzt diesen Satz in einen Arbeitsauftrag für Schülerinnen und Schüler: In eigenen Filmbeiträgen sollten sie zeigen, was Menschlichkeit für sie im Alltag, in Gemeinschaft sowie mit Blick auf Geschichte und Zukunft bedeutet. So wird aus einem prominenten Zitat ein medienpraktisches Bildungsformat, in dem junge Teams recherchieren, Perspektiven abwägen und eine eigene Erzählhaltung entwickeln müssen.

34 Einreichungen, 313 Teilnehmende: Breite Beteiligung am Wettbewerb

Für den HISTORY-AWARD 2026 wurden insgesamt 34 Filmprojekte von 313 Schülerinnen und Schülern eingereicht. Der HISTORY Channel bezeichnete die Resonanz als besonders hoch. Die Zahlen sind auch deshalb bemerkenswert, weil der Wettbewerb unterschiedliche Schularten und Altersstufen adressiert und damit eine große thematische Bandbreite zulässt – von historischen Zugängen bis zu gegenwartsnahen Geschichten über Zusammenhalt und Zivilcourage.

Ziel und Unterstützung des HISTORY-AWARD

Der HISTORY-AWARD wird seit 2005 unter wechselnden Mottos ausgeschrieben. Ziel ist es, eine aktive und kreative Auseinandersetzung mit geschichtlichen und gesellschaftlichen Themen in Form von Videobeiträgen anzuerkennen. Unterstützt wird das Format unter anderem von GigaTV (Vodafone), DOK.education, web and school sowie dem Bayerischen Jugendring; zudem wird es vom Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e. V. empfohlen. Die ersten drei Plätze waren mit von Vodafone gestifteten Preisgeldern dotiert.

So wird entschieden: Fachjury und öffentliches Voting

Die Platzierungen wurden durch eine Kombination aus Jurywertung und Online-Voting ermittelt. Dieses Verfahren verbindet fachliche Kriterien – etwa Dramaturgie, erzählerische Klarheit und thematische Schärfe – mit öffentlicher Beteiligung. Es erhöht die Sichtbarkeit der Projekte, verlangt von den Teams aber auch, ihre Arbeit verständlich und zugänglich zu erzählen, weil sie nicht nur ein Fachpublikum, sondern auch eine breite Online-Öffentlichkeit erreicht.

  • 1. Platz: Realschule Himmelsthür (Hildesheim) – „Unsere Entscheidung: Mensch sein“
  • 2. Platz: Wilhelm-Leuschner-Schule Niestetal – „Häftling 1407 Stolperstein“
  • 3. Platz: Mittelschule Kettenbrücke Innsbruck – „WIR“

Die Jury bestand nach Angaben des Veranstalters unter anderem aus:

  • Nina Eichinger
  • Maya Reichert
  • Niko Lamprecht
  • Prof. Dr. Johannes Moser
  • Florian Kraus
  • Helmut Markwort
  • Dr. Sascha Priester

Die Schirmherrschaft übernahmen Melina Hoischen („Miss History“) und Marcel Reif, der aus Termingründen per Videobotschaft zugeschaltet war. Hearst-Networks-Germany-Geschäftsführerin Kathrin Palesch würdigte bei der Verleihung die Bandbreite der Einsendungen und den persönlichen Einsatz der Teilnehmenden.

Mit dem Erfolg der Realschule Himmelsthür zeigt der HISTORY-AWARD 2026 erneut, wie ein schulischer Medienwettbewerb gesellschaftliche Leitfragen in konkrete Geschichten übersetzen kann – und wie stark solche Beiträge wirken, wenn sie nicht bei Schlagworten stehen bleiben, sondern Entscheidungen und Konsequenzen sichtbar machen.

Häufig gestellte Fragen

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