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GFL-Derby mit historischem Ausgang

Invaders schlagen Braunschweig nach 37 Jahren wieder – Derby-Sieg mit 31:27

Die Hildesheim Invaders haben das Niedersachsen-Derby bei den Braunschweig Lions mit 31:27 gewonnen – und damit ein Kapitel beendet, das fast vier Jahrzehnte lang offen blieb. Vor 2.443 Zuschauern im Braunschweiger Eintracht-Stadion feierte Hildesheim am Samstag den vierten Sieg im vierten Saisonspiel der effect® Energy GFL. Zugleich war es der erste Derby-Erfolg gegen Braunschweig seit 1989 – eine Serie von 37 Jahren ohne Sieg ist damit gerissen.

Dass dieses Spiel bis in die letzten Sekunden auf Messers Schneide stand, passt zur Dramaturgie eines Duells, das von Läufen des Lions-Quarterbacks Ryon Thomas, frühen Antworten der Invaders-Offense und zwei klaren Schlüsselmomenten geprägt wurde: einem erzwungenen Fumble unmittelbar vor der Pause – und einem defensiven Stop, als Braunschweig noch einmal zum möglichen Sieg ansetzte.

Nach Vierteln entwickelte sich die Partie in Wellen: 7:7, 7:0, 3:7 und 14:13.

Früher Schlagabtausch: Thomas eröffnet, Hughes kontert

Braunschweig setzte zunächst den Ton. Lions-Quarterback Ryon Thomas entkam der Defense im ersten Drive mit einem 46-Yard-Lauf und brachte die Gastgeber früh in Führung. Hildesheim reagierte umgehend: Quarterback Nelson Hughes fand Philipp Dolezal mit einem 34-Yard-Touchdown-Pass, Kicker Paul Krause verwandelte den Extrapunkt zum 7:7.

Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte blieb das Derby eng – auch, weil Hildesheim sich in der Offense ungewohnt viele Fehler, Strafen und liegen gelassene Chancen leistete. Genau in dieser Phase bekam eine einzelne Szene vor der Halbzeit besonderes Gewicht.

Der Wendepunkt vor der Pause: Fumble und sofortige Strafe

Kurz vor dem Seitenwechsel schlug Frank Häring Ryon Thomas den Ball aus der Hand, Willem Vancompernolle sicherte den Fumble für die Invaders. Hildesheim nutzte den Ballgewinn konsequent: Hughes führte die Offense über das Feld und warf den Touchdown-Pass auf Lennart Stukenborg – 14:7 zur Pause.

In einem bis dahin ausgeglichenen Spiel war das mehr als ein Big Play: Der Turnover nahm Braunschweig die Chance, mit einem offenen Ergebnis in die Kabine zu gehen, und gab Hildesheim die Möglichkeit, den Rhythmus nach der Halbzeit zu bestimmen.

Hildesheim legt nach – und lässt Braunschweig doch im Spiel

Nach der Pause erhöhten die Invaders zunächst durch ein Field Goal von Paul Krause auf 17:7. Ein weiterer Field-Goal-Versuch wurde später geblockt – ein Detail, das im Spielverlauf wichtig blieb, weil Hildesheim mehrfach die Chance hatte, sich deutlicher abzusetzen.

Braunschweig kam über Thomas zurück: Der Quarterback verkürzte auf 17:14 und hielt die Lions damit in Reichweite. Das Derby blieb körperlich, eng und ohne längere Ruhephase – jedes erfolgreiche Play schien sofort eine Antwort zu erzwingen.

Kickoff-Return und Interception: Braunschweig bekommt die Tür noch einmal auf

Selbst dieser Vorsprung bedeutete keine Vorentscheidung. Direkt im anschließenden Kickoff trug Peter Anderson den Return über das gesamte Feld zum Touchdown zurück. Weil der Extrapunkt misslang, blieb es beim 31:27 – und genau dieser verpasste Zusatzpunkt hielt den Unterschied bei vier Punkten.

In der hektischen Schlussphase bekam Braunschweig durch eine weitere Schlüsselszene zusätzlich Hoffnung: Hughes warf bei einem Passversuch in die Endzone eine Interception durch Brandon Potts. Die Lions hatten noch einmal Ballbesitz und die Chance, das Spiel zu drehen.

Der letzte Angriff: Kitchens stoppt Thomas, die Invaders bleiben standhaft

Braunschweig marschierte in den letzten Sekunden erneut nach vorn. Doch die Invaders verteidigten den knappen Vorsprung: Kyle Kitchens stoppte Thomas in der entscheidenden Sequenz, nahm dem finalen Vorstoß Tempo – danach landeten die letzten beiden Pässe im Nichts. Hildesheim brachte den Sieg über die Zeit.

Nach dem Abpfiff fiel die Spannung sichtbar ab – auf dem Feld wie auf den Rängen. Head Coach Marcus Herford würdigte den Gegner und blieb in der Analyse klar: „Zunächst einmal gebührt Braunschweig großer Respekt. Sie haben ein hervorragendes Spiel gemacht und uns über die gesamte Distanz alles abverlangt“. Herford hob zudem die Leistung von Thomas hervor und verwies auf eigene Unsauberkeiten: „Ryon Thomas war außergewöhnlich. Wir haben viele Dinge versucht, um ihn zu stoppen, aber er hat immer wieder Lösungen gefunden. Gleichzeitig haben wir heute nicht unseren besten Football gespielt. Zu viele Fehler, Strafen und verpasste Chancen haben uns das Leben schwer gemacht. Umso mehr spricht es für den Charakter dieser Mannschaft, dass sie in den entscheidenden Momenten einen Weg gefunden hat zu gewinnen. Besonders freut mich dieser Sieg für unsere Fans, die uns heute großartig unterstützt haben.“

Mit dem vierten Sieg im vierten Spiel bleiben die Invaders ungeschlagen an der Spitze der Nordgruppe. Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht: Bereits am kommenden Sonntag empfangen die Hildesheim Invaders die Kiel Baltic Hurricanes zum „Salute to Service Gameday“ auf dem Helios Homefield.

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